Hendrik bei SAP in Bangalore/Indien

Dienstag, Oktober 03, 2006

Dasara in Mysore

Am letzten Tag des Dasara-Festes findet in Mysore eine grosse Abschlussprozession statt, in der die Gottheit Chamundeshwari in einem goldenen Thron auf einem Elefanten durch die historischen Strassen getragen wird. Rundherum stellen sich die Regionen des Staates Karnataka vor. Genau um uns dies mit 100-Tausenden anderen anzusehen, fuhren wir am Sonntagmorgen, ein Tag vor der Prozession, mit dem Zug nach Mysore. Nach fast puenktlichen drei Stunden kamen wir 10 Uhr morgens dort an und liessen uns direkt mit der Rickshaw ins Hotel fahren.

Wir schlenderten erst etwas durch die Strassen und nahmen wieder ein Dosa-Fruehstueck zu uns. Alle Fahrzeuge waren bunt geschmuckt (ausser die der Moslems):
Danach nahmen wir uns eine Rickshaw zum Chamundi Hill um uns den dortigen Tempel anzusehen. Fuer nur 150 Rupien bekamen wir einen Roundtrip (30km). Dort angekommen, mussten wir die letzten Meter noch zu Fuss gehen, begleitet von Menschenmengen. Unterwegs konnten wir ein kleines Pooja beobachten: Dort wurden gerade die Motorraeder und Fahrraeder einer Familie verehrt:
Wir gingen weiter durch ein kleines Dorf und kamen am ueberlaufenen Tempel an. In sich nicht bewegenden Schlangen standen Unmengen an Menschen - alle wollten das Idol im Inneren des Tempels sehen. Wir wollten uns also nicht mit anstellen und liefen nur etwas durch die Gegend des Tempels, tranken eine Kokosnuss und unterhielten uns mit ein paar Kindern. Einer hatte wieder die Standardgeschichte parat: Er sammle Muenzen und moechte gerne seine Sammlung mit ein paar Euro-Muenzen erweitern. Pustekuchen! Beim naechsten Touristen wird versucht, die Muenze in Rupien umzutauschen und schon hat er sich schnell ne Menge Geld erschlichen. Egal, wir machten den Spass mit und tauschten einen Euro gegen ein paar Postkarten ein.
Auf dem Weg zurueck in die Stadt begegneten wir noch einer Kuh, der die Pooja-Blumen an einer der Rickshaws sehr gut zu schmecken schienen, einen Priester mit dem Roller auf dem Weg zu einer Pooja und eine rollendes buntes Ungetuem:

Wieder in der Innenstadt in Mysore angekommen, liefer wir noch etwas ueber den Obst- und Gemuesemarkt:


Spaeter landeten wir fuer ein spaetes Mittagessen in einer der indischen Kneipen. Dort assen wir beide eine Mini Thali, Eis und Obstsalat. Waehrendessen wechselten unsere Tischnachbarn gegenueber dreimal. Danach fuhren wir zurueck ins Hotel um uns etwas auszuruhen. Gegen 19 Uhr liefen wir dann Richtung Maharadja's Palast um uns dessen Beleuchtung anzusehen:
Nach einem kurzen Besuch eines indischen Rummels fielen wir dann auch schon ins Bett.

Am naechsten Tag widmeten wir uns ganz der grossen Prozession. Natuerlich erfuhren wir erst dort, dass man doch eigentlich Tickets dafuer braeuchte. Aber wie es nun einmal in Indien so ist, bekommt man die sowieso ueberall, auch wenn es schon zu spaet ist. Es dauerte also nicht lange, da kam jemand auf uns zu und hatte ein paar Tickets fuer uns: 300 Rupies pro Person - wir sassen direkt an der Strasse am Anfang der Prozession.
Das Finale war der 700kg wiegende, goldene Thron mit dem Abbild der Gottheit Chamundeshwari:
Nachdem Ende der Veranstaltung stuerzten wir uns in die Massen, auf der Suche nach etwas zu essen. Weit und breit waren nur Menschen und Rickshaws zu sehen. Die Menschenflut schien kein Ende zu nehmen, und wir mittendrin:
Schnell kam ein junger Moslem auf uns zu und fuehrte uns zu einem Restaurant weit im Norden der Stadt. Das Restaurant war vorzueglich; und so billig. Man beachte vorallem unsere roten Finger:
Wie schon geahnt, hatte der Junge andere Absichten als uns nur lieb durch die Gegend zu fuehren. Aber was soll's, wir hatten ja Zeit. Er zeigte uns noch eine Fabrik, in der alte Maenner indische Zigaretten drehten:
Danach fuehrte er uns zu seinem Endziel: zu einem Arzt, der uns seine Oele verkaufen wollte. Nach einer schoenen Demonstration und vielen netten Erklaerungen liessen wir uns dann zu etwas Sandelholz-Oel und ein paar Raeucherstaebchen ueberreden.
Nach einem kurzen Stop an einer Kathedrale ging es dann auch schon durch die beleuchteten Strassen zum Bahnhof und von dort mit dem Zug in die "Heimat".