Ein etwas anderer Sonntag...
Die Geschichte beginnt am Samstag Abend; Georg und ich wollten den vor Kurzem in Bangalore eroeffneten "Nacht"-Club "Fuga" besuchen. Da wir zu lange mit dem Roller im Stau standen, erreichten wir den Club nicht vor 22 Uhr. Natuerlich war davor eine riesige Schlange, an derem Anfang die ersten richtigen Securities Indiens fuer Ordnung sorgten. Die reichen, dicken Inder draengelten genauso, wir deren leicht bekleideten, jungen Anhaengsel. Wie ihr wisst, endet das Nachtleben im IT-Bangalore 23:30 Uhr. Als wir uns letztendlich zur Kasse durchgeschlagen hatten, bezahlten wir die 1000 Rupien (knapp 18 Euro) Cover Charge, die wir in der uebrigen Stunde schnell in Alkohol umwandeln wollten/mussten. Der Andrang setzte sich an den Bars fort und es dauerte eine Weile bis wir unseren ersten Long Island Ice Tea in der Hand hatten. Dieser war schnell leer, ein White Russian folgte, ...! Auf der Tanzflaeche draengten sich nun eine Menge unnahbare huebsche Inderinnen - wir mittendrin. Kurz vor halb 12 - Musik aus, Licht an. Schnell noch zur Bar um den letzten Gutschein zu toeten. Gleichzeitig fragten wir rum, ob jemand von einer illegalen Party wusste. Es dauerte nicht lange, da waren wir auf 2 Iranerinnen gestossen, deren Begleitung uns von Partys in Electronics City, einem IT-Stadtteil am Rande Bangalores, erzaehlten. Georg und ich schwungen uns auf den Roller und folgten dem schwarzen Opel Corsa aus der Innenstadt raus. Nachdem wir auf dem Highway zwischen einer Menge LKWs angekommen waren, zog einer dieser ruckartig nach links, da dort eine Menge Leute standen, die gern mitgenommen werden wollten. Die Bremsen des Rollers gingen etwas miserabel, so dass es schnelles Bremsen nicht moeglich war; also schossen wir auf den linken Randstreifen und schlaengelten uns durch die Menschenmenge bis wir letztendlich zum Stillstand kamen. Nun gut, der Corsa war weg, die Kontaktperson nicht erreichbar. Also ging's zurueck ins Guesthouse, wo wir uns meine letzte ungarische Salami und ein Glas Whiskey goennten. So endete der Samstag am Sonntagmorgen gegen 1:30 Uhr.
Um 11 Uhr schnell aufstehen, duschen und ab ins Kempinsky Leela Palace zum Brunch. Dort angekommen, fanden wir uns wieder zwischen einer Menge Weissen - gleich neben uns ein Tisch voller Deutscher mit zwei huebschen Inderinnen. Hinter uns sassen Porsche-Angestellte aus den USA. Des Weiteren trafen wir auf Microsoft Research Mitarbeiter und andere Boss-, Lacoste-, Mango- und Abercrombie-Traeger. Wir, uebrigens Georg, Kirstin und ich, warteten nicht lange und begutachteten das reichhaltige Buffet: Sushi, viel Kaese, dunkles Brot, Pizza, Hamburger, Lammhaxen, Rinderfilet, Garnelen, Huehnchen, Lachs, Pasteten, Mozarella, Obst, Salate, indische Spezialitaeten und ein riesiges Nachtischbuffet inklusive einem Schokoladenbrunnen. Dazu wurde eine Menge Sekt und Saefte serviert. Wir assen und assen ueber 4 Stunden - absolut lecker. Danach rollten wir uns heim und fielen ins Bett. Damit war der Luxus-Teil des Tages vorueber. Ab jetzt sollte es keine reichen Weissen, keine Garnelen, ... mehr geben. Gegen 18 Uhr machte ich mich auf den Weg zum Hauptbahnhof Bangalore's, fuer 70 Rupien mit der Rickshaw. Dort draengelte ich mich durch die Massen, kein Weisser weit und breit. Es ging vorbei an endlosen Schlangen und Mengen an Indern, die auf dem Fussboden mit ihren Kisten und jeglichem Gepaeck auf irgendetwas warteten. Ich suchte den Bahnsteig Nr. 8 und ging ueber die Ueberfuehrung, die auf einmal am Bahnsteig 6 endete - der Rest der Bruecke war eingebrochen; da ging es auf einmal tief nach unten. Ich folgten den anderen die Treppen nach unten zum Bahnsteig 6 und ueberquerte die Gleise - kletterte dabei ueber Rohre und "genoss" den Geruch, als ich durch die Pisse-Pfuetzen tappte. Am Radjdani Express angekommen, suchte ich meinen Wagon AS2, in dem der Platz 19 fuer mich reserviert sein sollte. Dies bestaetigte mein Name auf der Passagierliste, die an der Tuer klebte. Nachdem ich in den Zug eingestiegen war, war ich mit verwunderten und stierenden Blicken nur so bedeckt. Welcher Weisse faehrt schon in der miessesten Klasse. Ich nahm Platz zwischen 4 anderen Indern auf einer Bank mit nur 3 Platznummern. Alle schauten mich an, keiner sagte ein Wort. Auf einmal kamen mehrere Herren auf mich zu. Da leicht zu erkennen war, dass ich alleine reiste, wollten sie mich darum bitten, mit ihren Familienmitgliedern, die in einem anderen Wagon sassen, den Platz zu tauschen. Nun begannen erste kleine Streitereien, wer denn meinen Service in Anspruch nehmen darf. Ich tauschte letztendlich den Platz mit einem der beiden. Es dauerte nicht lange, da fing das gleiche Spiel von vorn an und ich lief wieder in einen anderen Wagon. Nach zehnfachem "Thank you!" und Haendeschuetteln sollte ich nun an meinem finalen Sitzplatz angekommen sein. Ich hatte die Pritsche in der 3. "Etage", ca. 60cm breit und 180cm lang, 60cm Kopffreiheit. An diesem Tag hatte ich mein SAP Polo-Shirt an, da ich nichts anderes mehr in meinem Schrank hatte. Nach kurzem skeptischem Betrachten dieses, brasselten nun Gespraeche auf mich ein. Und SAP kannte natuerlich wieder jeder. Nach ein paar Fragen dazu, was ich bei SAP mache, wie lange ich schon in Indien sei und wie mir es gefallen wuerde, kam ich intensiver mit einem Vater zweier Soehne aus Punjab, ein nordoestlicher Staat Indiens, ins Gespraech. Dieser arbeitete fuer die Punjab National Bank und erzaehlte mir ganz stolz, dass diese mit der Deutschen Bank kooperiere. Er kam gerade aus Bangalore, wo er mit seinem Sohn alles fuer einen Studienbeginn im September vorbereitete. Zwischendurch wurde das Essen serviert, was jeder von seinem Schoss oder aus dem Bett zu sich nahm. Ich, als einziger meiner Umgebung, entschied sich fuer Nicht-Vegetarisch und bekam Huehnchen, was sonst. Es hat richtig gut geschmeckt, waere ich nur nicht noch so voll vom Brunch gewesen. Alle Blicke waren wieder auf mich gerichtet, als ich zu essen begann - wollte doch jeder herausfinden, wie und ob ich das scharfe Essen geniesse. Ich ass nur etwas, wohingegen die anderen alles bis aufs Letzte verputzten. Egal, mir ging es danach kraeftig im Bauch rum und ich nahm schnell noch eine Tablette gegen Durchfall um die Toilettengaenge ein paar Stunden hinauszuzoegern. Die Gespraeche vertieften sich in Richtung Politik, der Veraenderungen in Indien, die Luecke zwischen Arm und Reich, ... ! Nachdem der ganze Wagon schon 2 Stunden schlief, machten wir gegen 1 Uhr auch unser Bett und schliefen. Am naechsten Morgen setzte sich das Ausharren im reichgefuellten und engen Zug fort, ich musste doch mehrmals die "Toilette" benutzen und kam mit 5 Stunden Verspaetung (also 30h Zugfahrt) in Bhopal an.
...ein Sonntag voller Kontraste. Erst Long Island Ice Teas mit anderen jungen Indern, dann Brunch mit massig Weissen, dann eine ewige Zugfahrt in der 3. Klasse mit Hunderten verwunderten Indern mit indischem Essen und wenig Platz.
Um 11 Uhr schnell aufstehen, duschen und ab ins Kempinsky Leela Palace zum Brunch. Dort angekommen, fanden wir uns wieder zwischen einer Menge Weissen - gleich neben uns ein Tisch voller Deutscher mit zwei huebschen Inderinnen. Hinter uns sassen Porsche-Angestellte aus den USA. Des Weiteren trafen wir auf Microsoft Research Mitarbeiter und andere Boss-, Lacoste-, Mango- und Abercrombie-Traeger. Wir, uebrigens Georg, Kirstin und ich, warteten nicht lange und begutachteten das reichhaltige Buffet: Sushi, viel Kaese, dunkles Brot, Pizza, Hamburger, Lammhaxen, Rinderfilet, Garnelen, Huehnchen, Lachs, Pasteten, Mozarella, Obst, Salate, indische Spezialitaeten und ein riesiges Nachtischbuffet inklusive einem Schokoladenbrunnen. Dazu wurde eine Menge Sekt und Saefte serviert. Wir assen und assen ueber 4 Stunden - absolut lecker. Danach rollten wir uns heim und fielen ins Bett. Damit war der Luxus-Teil des Tages vorueber. Ab jetzt sollte es keine reichen Weissen, keine Garnelen, ... mehr geben. Gegen 18 Uhr machte ich mich auf den Weg zum Hauptbahnhof Bangalore's, fuer 70 Rupien mit der Rickshaw. Dort draengelte ich mich durch die Massen, kein Weisser weit und breit. Es ging vorbei an endlosen Schlangen und Mengen an Indern, die auf dem Fussboden mit ihren Kisten und jeglichem Gepaeck auf irgendetwas warteten. Ich suchte den Bahnsteig Nr. 8 und ging ueber die Ueberfuehrung, die auf einmal am Bahnsteig 6 endete - der Rest der Bruecke war eingebrochen; da ging es auf einmal tief nach unten. Ich folgten den anderen die Treppen nach unten zum Bahnsteig 6 und ueberquerte die Gleise - kletterte dabei ueber Rohre und "genoss" den Geruch, als ich durch die Pisse-Pfuetzen tappte. Am Radjdani Express angekommen, suchte ich meinen Wagon AS2, in dem der Platz 19 fuer mich reserviert sein sollte. Dies bestaetigte mein Name auf der Passagierliste, die an der Tuer klebte. Nachdem ich in den Zug eingestiegen war, war ich mit verwunderten und stierenden Blicken nur so bedeckt. Welcher Weisse faehrt schon in der miessesten Klasse. Ich nahm Platz zwischen 4 anderen Indern auf einer Bank mit nur 3 Platznummern. Alle schauten mich an, keiner sagte ein Wort. Auf einmal kamen mehrere Herren auf mich zu. Da leicht zu erkennen war, dass ich alleine reiste, wollten sie mich darum bitten, mit ihren Familienmitgliedern, die in einem anderen Wagon sassen, den Platz zu tauschen. Nun begannen erste kleine Streitereien, wer denn meinen Service in Anspruch nehmen darf. Ich tauschte letztendlich den Platz mit einem der beiden. Es dauerte nicht lange, da fing das gleiche Spiel von vorn an und ich lief wieder in einen anderen Wagon. Nach zehnfachem "Thank you!" und Haendeschuetteln sollte ich nun an meinem finalen Sitzplatz angekommen sein. Ich hatte die Pritsche in der 3. "Etage", ca. 60cm breit und 180cm lang, 60cm Kopffreiheit. An diesem Tag hatte ich mein SAP Polo-Shirt an, da ich nichts anderes mehr in meinem Schrank hatte. Nach kurzem skeptischem Betrachten dieses, brasselten nun Gespraeche auf mich ein. Und SAP kannte natuerlich wieder jeder. Nach ein paar Fragen dazu, was ich bei SAP mache, wie lange ich schon in Indien sei und wie mir es gefallen wuerde, kam ich intensiver mit einem Vater zweier Soehne aus Punjab, ein nordoestlicher Staat Indiens, ins Gespraech. Dieser arbeitete fuer die Punjab National Bank und erzaehlte mir ganz stolz, dass diese mit der Deutschen Bank kooperiere. Er kam gerade aus Bangalore, wo er mit seinem Sohn alles fuer einen Studienbeginn im September vorbereitete. Zwischendurch wurde das Essen serviert, was jeder von seinem Schoss oder aus dem Bett zu sich nahm. Ich, als einziger meiner Umgebung, entschied sich fuer Nicht-Vegetarisch und bekam Huehnchen, was sonst. Es hat richtig gut geschmeckt, waere ich nur nicht noch so voll vom Brunch gewesen. Alle Blicke waren wieder auf mich gerichtet, als ich zu essen begann - wollte doch jeder herausfinden, wie und ob ich das scharfe Essen geniesse. Ich ass nur etwas, wohingegen die anderen alles bis aufs Letzte verputzten. Egal, mir ging es danach kraeftig im Bauch rum und ich nahm schnell noch eine Tablette gegen Durchfall um die Toilettengaenge ein paar Stunden hinauszuzoegern. Die Gespraeche vertieften sich in Richtung Politik, der Veraenderungen in Indien, die Luecke zwischen Arm und Reich, ... ! Nachdem der ganze Wagon schon 2 Stunden schlief, machten wir gegen 1 Uhr auch unser Bett und schliefen. Am naechsten Morgen setzte sich das Ausharren im reichgefuellten und engen Zug fort, ich musste doch mehrmals die "Toilette" benutzen und kam mit 5 Stunden Verspaetung (also 30h Zugfahrt) in Bhopal an.
...ein Sonntag voller Kontraste. Erst Long Island Ice Teas mit anderen jungen Indern, dann Brunch mit massig Weissen, dann eine ewige Zugfahrt in der 3. Klasse mit Hunderten verwunderten Indern mit indischem Essen und wenig Platz.

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