Hendrik bei SAP in Bangalore/Indien

Montag, April 17, 2006

3. Arbeitswoche & Ausnahmezustand in Bangalore

Nachdem die Woche wie gewoehnlich begonnen hatte - ein paar Treffen mit meinem Manager, viel Lesen und Research - laeutete der Tod des bekanntesten Schauspielers von Karnataka (der Staat, in dem sich Bangalore befindet) am Mittwoch gegen 16 Uhr den Ausnahmezustand in Bangalore ein. Rajkumar starb mit 71 Jahren an natuerlichem Tod. Die letzten 50 Jahre hatte er in fast allen Filmen von Karnataka mitgespielt. Auf Arbeit begannen auf einmal alle durch die Gegend zu rennen und es wurde staendig telefoniert. Kurz vor 17 Uhr wurde dann bekannt gegeben, dass alle mit dem Bus 17:15 Uhr heim fahren sollen, da alles geschlossen wird und spaeter keine Busse mehr fahren wuerde. Alle anderen Firmen haetten ihre Angestellten auch sofort nach Hause geschickt. Inzwischen hatten die Bangaloreaner das Haus von Rajkumar gestuermt um ein letztes Mal seinen Koerper zu sehen. Die Polizei hatte die Leiche zuvor in ein grosses Kricket-Stadion gebracht, damit alle in Ruhe von Ihrem Helden - ja er war sogar sowas wie ein lebender Gott fuer viele - Abschied nehmen konnten. Inzwischen hatten sich aber schon Tausende Menschen aus dem Umland auf dem Weg gemacht und das Kricket-Stadion reichte nicht aus, diese Hundertausende von Indern unterzubringen. Die Polizei musste also gewaltsam den Zutritt zum Stadion stoppen. Dass wollten sich die Inder nicht gefallen lassen und haben angefangen zu randalieren. Wie der Zeitungsartikel sagt "Bangalore brennt", gingen Hunderte Autos und Busse in Flammen aus, Fensterscheiben wurden eingeschlagen....! Aufgrund des Todes wurde ausserdem im gesamten Bundesstaat fuer Donnerstag ein offizieller Feiertag ausgerufen. Alle Geschaefte und Firmen blieben also geschlossen und keiner war auf den Strassen (ausser in der Innenstadt, wo randaliert wurde). Die oeffentlichen Transportmittel wurden sogar noch bis Sonntag eingestellt. Da kann man nur von Glueck reden, dass ich schon vorher einen Flug fuer Donnerstag geplant hatte um uebers Wochenende in den Sueden zu fliegen; dazu mehr im folgenden Post.